Bergstadt Suhl
Man könnte es zweideutig nehmen – diese Bergstadt Suhl. Wegen der nicht zu übersehenden schönen Berge, klar. Aber auch aus historischen
Gründen. Berggericht wurde in Suhl bereits 1743 abgehalten. Denn die Bergbauverwaltung und die Berggerichtsbarkeit waren hier angesiedelt. Die
Bildsäule eines Bergmannes trug sogar das 1753 abgebrannte Suhler Rathaus als Eckpfosten im Erdgeschoss. Der Bergabbau von Eisenerz und dessen
Verhüttung war lange Zeit neben der Waffenproduktion das wichtigste und einträglichste Gewerbe in Suhl. Der Höhepunkt dieser
Erfolgsgeschichte lag zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert – erst Ende des 19. Jahrhunderts erlebte der Eisenerzbergbau seinen Niedergang aufgrund der
Erschöpfung der Lagerstätten. Sogar die Gründung und Entwicklung einiger Suhler Ortsteile geht auf den erfolgreichen Bergbau zurück.
Goldlauter wurde mit einer „Bergfrevheit“ 1546 gegründet – wertvolles Silber- und Kupfererz wurde hier bis etwa 1880 abgebaut. Auch die Ortsteile
Vesser und Albrechts gehen mit ihren Entstehungsgeschichten auf den Bergbau und die Metallverarbeitung zurück.
Anschaulich wird dies alles im Bergbaumuseum beim Waldgasthaus „Schwarzer Crux“ zwischen Suhl und Schmiedefeld. Ein bergbaugeschichtlich einzigartiges
Areal befindet sich unter dem Waldgasthaus – das Gebiet der Crux-Zechen. Eisenerzbergwerke am „Roten Crux“ seit 1647 beurkundet, haben aber schon um 1400
den Vesserer Eisenhammer versorgt.
Bergbau der jüngeren Geschichte wird im kleinen Bergbaumuseum anschaulich dargestellt. Ein von der Vesser-Gemeinde gestalteter und unterhaltener
Bergbauwanderweg führt durch das Areal und erläutert regionale Bergbaugeschichte ganz konkret.
Schon gewusst ...
... dass bereits um 1470 die Suhler Knappschaft aus über 800 Personen bestand?
... dass schon um 1600 Schächte am Sauerberg in mehr als 100 Meter Tiefe reichten?
... dass die Suhler bereits vor 700 Jahren Roheisen exportierten?
... dass bis 1634 alle Suhler Waffen ausschließlich aus Suhler Eisenerz produziert wurden?
... dass kursächsische* Bergstädten in der Regel keine Stadtmauern besaßen?
* Suhl gehörte von 1718 bis 1815 zu Kursachsen
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Mein Tipp:
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Bergbauwanderwege:
am Domberg: führt zum Sauerberg (ca. 4,5 km)
bei Goldlauter:
Pochwerksgrund, Hirschzunge, Kleiner Rosenkopf (ca. 3 km)
Bergbaupfad am Ringberg
Bergbaupfad Vesser/Crux-Zechen
(ca. 3 km)
Informationen und Führungen über die Tourist Information Suhl.
Bergbaumuseum "Schwarze Crux"
Cruxstrasse 1
98711 Suhl-Vesser
Tel. (03 67 82) 6 06 06, täglich (außer Donnerstags) von 10.00 bis 19.00 Uhr
geöffnet
www.schwarzer-crux.com
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roter Glaskopf
Eines der wertvollsten Stücke der Plansammlung des Deutschen Museums in München zeigt das Suhler Bergwerk “Moritz Wilhelm” mit aufwendiger Wasserkunstanlage (um 1700)
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